Händels Stadt – Halle an der Saale

Nach einem ausgiebigen Frühstück erreichten wir gegen Mittag Halle. Die Anfahrt gestaltete sich schwierig und so mussten wir mit dem Bus durch die Fußgängerzone fahren, um mitten auf dem Marktplatz zu landen.

Wir sammelten uns am Händel-Denkmal zu einem geführten Stadtrundgang. Hierbei erfuhren wir als Erstes die Bedeutung des Wortes Halle: Salz.

 

Zuerst ging es in die Schmerstraße. Hier wurde nicht nur unser Pilgerbruder Jürgen Passin geboren, sondern direkt in der Nachbarschaft verbrachte auch Martin Luther einige Zeit bei Freunden.

Der Marktplatz wird dominiert von der Marienkirche mit dem freistehenden Glockenturm. Hier hängt mit einem Gewicht von ca. 55 Tonnen Europas größtes Glockenspiel mit 76 Kirchenglocken. Lediglich in Korea und in den USA gibt es noch ein Glockenspiel  mit je einer Glocke mehr.

In der Marienkirche durften wir eine ausführliche Führung genießen. Eine absolute Besonderheit in dieser evangelischen Kirche sind die austauschbaren Altarbilder mit Heiligenfiguren und einer Mariendarstellung, der von Lucas Cranach entworfen wurde. Diese Bilder stammen noch aus der Zeit, als die Kirche ein katholisch geweihter Dom war.

Im Kontrast zu diesem alten Bauwerk steht ein modernes Sühnekreuz, welches vorne am Altar zu sehen ist und Jesus die rechte Hand zur Versöhnung ausstreckt.

In der Marienkirche kann man auch die Totenmaske von Martin Luther anschauen. Ein gewöhnungsbedürftiger Anblick.

Weiter ging’s zum Geburtshaus von Georg Friedrich Händel, wo sich heute ein Museum befindet.

Bei hochsommerlichen Temperaturen ging es weiter zur Moritzburg, benannt nach dem hl. Moritz. Hier ist besonders der Innenhof sehenswert, welcher häufig für Konzerte und Theateraufführungen genutzt wird.

Unsere letzte Station war der Traumgarten am Hallenser Dom. Eine Oase mitten in der Stadt.

Abschließend können wir uns nur den Worten von Hans-Dietrich Genscher, einem der berühmtesten Söhne der Stadt, anschließen: Wer nicht in Halle war, war nicht in Deutschland.

Die Hitze hatte uns allen sehr zugesetzt, so dass ein super italienisches Restaurant genau der richtige Ort war, um kühles in flüssiger und gefrorener Form zu sich zu nehmen.

So gestärkt waren wir in der Lage die letzten Kilometer bis Wittenberg zurück zu legen. Wir fuhren unser Hotel an und stellten fest, dass wir in einer ehemaligen Festung der napolianischen Truppen unterkamen, die sehr schön zum Hotel umgebaut war. Nach dem Essen konnten wir uns in einem wunderschönen Innenhof bzw. Kasematten von den Strapazen des Tages erholen. Es fiel allen schwer, irgendwann ins Bett zu gehen.

Gisela und Heinz